Blog-Archiv
1. Juni 2011
Internationaler Tag des Kindes
Während ich das Geschenk für mein Kind einpacke, das heute Geburtstag hat und neunzehn Jahre alt wird, erinnere ich mich an vergangene Zeiten. In der DDR wurde der Internationale Tag für die Rechte des Kindes ganz groß gefeiert: Der Staatsratsvorsitzende gratulierte den glücklichen Kindern. Die glücklichen Kinder besuchten die weniger glücklichen Kinder im Kinderheim „Makarenko“. Wir im Glück lebenden Kinder schrieben Kartengrüße nach Vietnam, denn dort lebten Kinder jenseits von Glück und Unglück.
2. April 2011
Atomkraft - Kirche und Politik
Warum, wurde ich beim Anbringen der Anti-Atom-Fahne gefragt, mache die Kirche jetzt politische Werbung. Der Vorwurf war nicht zu überhören. Die Passantin meinte im Vorübergehen, sie sei auch Kirchensteuerzahlerin, aber die Werbung gegen Kernkraft wolle sie als Kirchenmitglied nicht unterstützen. Schließlich gebe es ja auch andere Meinungen über Atomkraft!
Spalten wir die Gemeinde, wenn wir eine zugegebenermaßen sehr deutliche Meinung vertreten? Wo ist die Grenze der Meinungsäußerung für einen Pfarrer?
26. Juni 2011 – Nikodemus-Straßenfest
Angefangen hatte es als Kindergartenfest im Garten unserer Nikodemus-Kita. Dort reichte der Platz nicht mehr aus, um die vielen Gäste – Familien, Gemeindemitglieder, Anwohner – aufzunehmen. Als das Kita-Wohnhaus mit Mitteln des EU Umweltentlastungsprogramm-Fonds energetisch modernisiert und auch der Garten neu gestaltet wurde, musste eine Alternative für das alljährliche Kinder und Gemeindefest gefunden werden. Was lag näher, als mit dem Nikodemus-Fest auf die Straße zu gehen?
2. Mai 2011
Eine Meldung in den Nachrichten: Freude über den Tod Osamas.
„Nato und EU begrüßen den Tod Osama Bin Ladens“ titeln die deutschen Zeitungen. Die Börsen, so ist zu lesen, begrüßen ebenfalls den Tod des „Terrorfürsten“. Präsident Obama empfängt Glückwünsche aus der ganzen Welt zum Tod Osamas.
Allein der Sprecher des Vatikans sieht keinen Grund für Freudenfeiern: „Ein Christ sollte niemals den Tod eines Menschen begrüßen.“, so Federico Lombardi. Ob er gehört wird, sei dahingestellt.
Kann man den Tod eines Menschen begrüßen, gar Glückwünsche aussprechen? Was geht in Menschen vor, die öffentlich jubeln, wie wir es in den Nachrichten am 2. Mai 11 sahen, als die Bilder aus den USA fröhliche Menschen in Partylaune zeigten?
31. Mai 2010
Die Wirklichkeit ist immer anders ...
Die Wirklichkeit entsteht im Kopf oder anders gesagt: Was wir glauben wollen, halten wir für wirklich und wahr. Sinnestäuschungen erleben wir im Alltag nicht nur zufällig. Ganze Branchen leben davon, unsere Sinne absichtlich zu „täuschen“ und was bei den optischen Täuschungen noch als Spielerei erkannt wird, ist in der Werbung oder in den Medien ein hart umkämpftes Geschäft um unsere Aufmerksamkeit. Entscheidend ist, was wir glauben sollen – und häufig fallen wir darauf herein: Endlich gebe es das „klimaschonende“ Auto, das Waschmittel gegen „jeden Fleck“, das Haarspray für perfekten Halt „in jeder Situation“ oder die „unabhängige“ Tageszeitung.
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