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2. Mai 2011

Eine Meldung in den Nachrichten: Freude über den Tod Osamas.

„Nato und EU begrüßen den Tod Osama Bin Ladens“ titeln die deutschen Zeitungen. Die Börsen, so ist zu lesen, begrüßen ebenfalls den Tod des „Terrorfürsten“. Präsident Obama empfängt Glückwünsche aus der ganzen Welt zum Tod Osamas.
Allein der Sprecher des Vatikans sieht keinen Grund für Freudenfeiern: „Ein Christ sollte niemals den Tod eines Menschen begrüßen.“, so Federico Lombardi. Ob er gehört wird, sei dahingestellt.

Kann man den Tod eines Menschen begrüßen, gar Glückwünsche aussprechen? Was geht in Menschen vor, die öffentlich jubeln, wie wir es in den Nachrichten am 2. Mai 11 sahen, als die Bilder aus den USA fröhliche Menschen in Partylaune zeigten?

Zweifellos hatte Osama Bin Laden eine Ideologie verbreitet, die auf absurde Weise jeden „amerikanischen Steuerzahler“ als Feind bezeichnete. Diese Ideologie trägt dazu bei, dass Christen in den vergangenen Jahren verstärkt verfolgt wurden und Muslime andererseits das Feindbild der Deutschen nährten.

Wie weit sind wir aber in unserer Wahrnehmung und Bewertung der Wirklichkeit gesunken, wenn wir dem medial verbreiteten Jubel über den Tod eines Menschen nicht widersprechen?
Wir kennen die Bilder der Flugzeuge, die in die Twin-Tower geflogen sind und Hunderte in den Tod gerissen haben. Wir sehen das Leid der Betroffenen und Angehörigen vor uns und können nachvollziehen, dass die Gefühle Achterbahn fahren. Doch wem nützt der Ruf nach Rache in Momenten der Trauer? Wem nützen die Jubelschreie von US-Amerikanern über den Tod Osamas, wo Schweigen geboten ist?

Es ist keine Frage: Menschen kommen in die Situation, sich der Massenmörder und Verbrecher zu entledigen, die andere wegen ihrer Kultur, ihrer Herkunft oder Gesinnung verfolgen und töten. Der Tod eines Diktators ist manchmal sogar geboten, um schlimmeres zu verhindern.
Bejubeln werden Christen jedoch den Tod eines Menschen niemals.

Blog-Archiv: Zeitsparkasse, Wirklichkeit, Atomkraft

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